Stadt Wurzen
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Sehenswürdigkeiten

Crostigall

Crostigall mit Bahn um 1900
Crostigall mit Bahn um 1900

Von der Stadtkirche St. Wenceslai in Richtung Leipzig erstreckt sich der Crostigall. Dieser Straßenzug gilt als Ursprung der Stadt Wurzen, da hier die Siedlungsentwicklung begann. Einst zur Wenzelvorstadt gehörend wurde er 1340 erstmals als "in Crostigalo" erwähnt. 

Anfangs waren auf dem Crostigall lediglich Adlige belehnt, erst später wurde das Terrain aufgesiedelt.

 

Crostigall
Crostigall

Um 1700 entstand der durchgehende Straßenzug, welcher bis heute nahezu unverändert (von Sanierungsarbeiten abgesehen) besteht.

Bis 1843 galt er als Sondergemeinde, da die verschiedenen Teile und Güter unterschiedlicher Gerichtsbarkeiten unterlagen. Einige dieser ehemaligen Güter beherbergen noch heute interessante Sehenswürdigkeiten, wie z.B. das Ringelnatz-Geburtshaus und den Posthof samt Posttor.

 

Ringelnatzhaus

Ringelnatz-Geburtshaus

Auf dem Gelände des ehemaligen „Freyhaus vor dem Wencelstor“ (1554 im Besitz eines Christoph Lotter) entstand 1678 das Gebäude am Crostigall 14.

Über 200 Jahre danach wurde darin am 7. August 1883, in einem Zimmer über dem Flur, einer der berühmtesten Söhne Wurzens geboren, Hans Gustav Bötticher. 1919 nahm er das Pseudonym Joachim Ringelnatz an, wonach zu seinem 100. Geburtstag auch sein frisch restauriertes Geburtshaus benannt wurde.

 

Gedenk-Tafel am Ringelnatzhaus
Gedenk-Tafel

Eine Holzschnitt-Gedenk-Tafel wurde 1945 im Beisein seiner Schwester Ottilie und des damaligen Wurzener Museumsleiters am Geburtshaus angebracht.

Bis 1999 befand sich hier eine der bedeutendsten Ringelnatzausstellungen überhaupt. Sie wurde nach der Renovierung des historischen Museumsgebäudes in die Domgasse verlegt. Seit einiger Zeit werden Spendengelder gesammelt, damit dieses berühmte Gebäude saniert und für die Öffentlichkeit wieder geöffnet werden kann.

Der Spross dieses Hauses, Joachim Ringelnatz, verstarb mit 51 Jahren viel zu früh und völlig mittellos, am 17.November 1934, in seiner Wohnung in Berlin an Tuberkulose.

 

Ehemalige Kursächsische Posthalterei mit Posttor

Doppelwappen Posttor
Doppelwappen Posttor

Am Crostigall befindet sich das Posttor zur ehemaligen Posthalterei mit dem königlich-polnischen / kurfürstlich-sächsischen Doppelwappen von 1734. Es ist ein bemerkenswertes Zeugnis sächsischer Verkehrsgeschichte und diente als Ausfahrt der 1696 eingerichteten „kursächsischen Posthalterei“. Viele Gebäude auf dem Gelände stammen noch aus dieser Zeit, wie zum Beispiel das Herrenhaus, das Gesindehaus und die Remisen.

 

Posttor Anno 1734
Posttor Anno 1734

 

 

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