Stadt Wurzen
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Mitteilung

27.12.11: Der Wettbewerb DenkMal: Perspektivwechsel wurde noch nicht entschieden

Am 20.12. tagte die Jury zum Kunstwettbewerb DenkMal: Perspektivwechsel. Im Mittelpunkt stand die Neuinterpretation des Denkmals für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges am Alten Friedhof in Wurzen. Der Jury gehören an: die Ratsfrauen Kathrin Gehres-Kobe (CDU) und Steffi Ferl (SPD), Ingo Stange vom NDK, Ulrich Heß, alle vier auch Mitglied des Wurzener Bündnisses für Demokratie gegen Neonazismus, die Leiterin des Wurzener Museums Dr. Sabine Jung, Jürgen Schmidt und Stadtchronist Wolfgang Ebert vom Vorstand des Geschichts- und Altstadtvereins Wurzen, Dieter Daniels, Professor an der Hochschule für Grafik und Buchkunst und ausgewiesener Fachmann im Bereich Denkmalskultur, Ilina Koralova, Kuratorin und Vorstandsmitglied im Verein Neue Auftraggeber, und Barbara Steiner, Direktorin der Leipziger Galerie für Zeitgenössische Kunst.

Die eingereichten künstlerischen Arbeiten, von Helmut & Johanna Kandl, Via Lewandowski, Michaela Melián, Judith Siegmund setzen sich aus verschiedenen Perspektiven mit dem Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges am Alten Friedhof auseinander. Die Künstler und Künstlerinnen stellen dabei mit ihren Entwürfen vier unterschiedliche Wege eines neuen Umgangs mit dem historischen Denkmal des Bildhauers Georg Wrba vor. Drei davon, Helmut & Johanna Kandl, Michaela Melián, und Judith Siegmund sehen eine aktive Miteinbeziehung der Wurzener und vor. Zwei Entwürfe (von Helmut & Johanna Kandl und Via Lewandowski) greifen zwar unmittelbar in die Architektur des Denkmals ein, indem Elemente hinzugefügt werden, die Substanz wird jedoch nicht beschädigt. Das von Michaela Melián vorgeschlagene Hörstück versammelt kontroverse Meinungen zum Denkmal. Alle Künstler und Künstlerinnen haben betont, dass sie ihre Entwürfe als Ausgangspunkt für die weitere, Entwicklung gemeinsam mit den Wurzenern sehen.

Im Vorfeld waren eine Reihe von Missverständnissen aufgetaucht, unter anderem wurde angenommen, dass Denkmal würde beschädigt oder gar eingeschmolzen. Auch wurde bezweifelt, dass sich der Wunsch des Wurzener Bündnisses für Demokratie gegen Neonazismus das Denkmal vor einer Vereinnahmung durch die Neonazis zu schützen, erfüllen kann. Das Wurzener Bündnis für Demokratie gegen Neonazismus, die Initiatoren und Auftraggeber des Kunstprojekts, die Vertreter der Galerie für Zeitgenössische Kunst, die das Programm Neue Auftraggeber in Sachsen durchführen, sind davon überzeugt, dass es einen Versuch wert ist. Sie wissen selbstverständlich, dass dieses Projekt allein nicht das gesellschaftliche Problem des Neonazismus lösen kann.

Eine Entscheidung hat die Jury – trotz eingehender Auseinandersetzung mit den Entwürfen – bewusst nicht getroffen. Konsens war, die Arbeiten der Künstler und KünstlerInnen nochmals zu zeigen und in Wurzen eine breite Debatte über die Möglichkeiten von Kunst im öffentlichen Raum anzustoßen, entspricht es doch dem Selbstverständnis des Programms Neue Auftraggeber den Prozess der Auseinandersetzung von der Beauftragung bis hin zur Durchführung unter Miteinbeziehung möglichst vieler Wurzener zu führen. Die Ausstellung wird ab Februar 2012 im Wurzener Rathaus zu sehen sein. Genauer Ort und Zeitdauer werden derzeit vereinbart. Zum Abschluss ist eine öffentliche Diskussion mit Vertretern der Jury geplant; die beteiligten Künstler und Künstlerinnen haben ihre Bereitschaft erklärt, sich an den Debatten zu beteiligen.

Dr. Barbara Steiner, Direktorin der Leipziger Galerie für Zeitgenössische Kunst

Dr. Ulrich Heß, Wurzener Bündnis für Demokratie gegen Neonazismus

 

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